
Der Vertrieb ist für die Verteilung der Tonträger in den Fachhandel verantwortlich. Er übernimmt entweder die bereits gepressten CDs zur Verteilung (Distribution) oder lässt ein fertiges Mastermedium selber in der gewünschten Auflage in einem Presswerk herstellen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten des Vertriebs:
Für eine junge Schweizer Band ist es wichtig ein Vertrieb zu finden, der für die entsprechende Musik geeignet ist. Kann sich dessen Vertreter für das Produkt begeistern, wird er bei den einzelnen Plattenläden die CD auch gut verkaufen.
Mehr Informationen bietet der Workshop «Das Musikbusiness».
Der Ehrliche ist der Dumme - so fühlen sich Musikliebhaber, die sich ihre Titel legal im Netz oder im Laden kaufen. Doch damit ist jetzt Schluss: Das «Potato» genannte Online-Vertriebssystem bietet legale MP3-Downloads gegen Bezahlung, belohnt Musiker wie Käufer mit Provisionen und kümmert sich um die GEMA.
Das Potato-System bietet einen MP3-Download auf Bezahlbasis, bei der Künstler, Käufer und Anbieter zu gleichen Teilen profitieren. Jeder MP3-Käufer erhält durch den Kauf das Weitervertriebsrecht. Er kann den entsprechenden Downloadlink auf seiner eigenen Website anbieten, abgerechnet wird über das Potato-System.
Das faire Musikvertriebssystem ohne Kopierschutz ist eine Initiative zweier Partner: der 4FriendsOnly.com AG - einem Unternehmen, das im Jahr 2000 aus der Technischen Universität Ilmenau ausgegründet wurde - und dem ebenfalls in der thüringischen Stadt ansässigen, neuen Fraunhofer Institut für Digitale Medientechnologie IDMT.
Das Prinzip ist ganz einfach: Wer bei Potato ein MP3-File per Download kauft, erhält einen Weiterverkaufslink mit einer persönlichen Transaktionsnummer (TAN). Diesen Link kann er nun permanent auf einer eigenen Website anbieten. Klickt nun dort jemand auf den MP3-Download, erhält der Erste 20 Prozent des Kaufpreises auf seinem Potato-Account gutgeschrieben. Auch der zweite Käufer kann nun einen persönlichen Weiterverkaufslink auf seiner eigenen Website anbieten. Bis zum vierten Käufer verdient man noch an dem Weiterverkauf. Dann bekommt der erste Anbieter noch fünf Prozent, der zweite zehn und der dritte noch zwanzig Prozent des Kaufpreises gutgeschrieben. Außerdem verdienen alle jeweils noch an weiteren Zweit- und Drittkäufern. Das auf dem Konto angesammelte Geld kann man sich schließlich auszahlen lassen.
Allerdings verdient man beim Potato-System nur als registrierter Nutzer. Ist man nicht registriert, kann man sich die Files zwar herunterladen, aber sie nicht selbst anbieten.
Potato eignet sich besonders für Insider, die Netzwerke bilden, sich häufig über Titel austauschen und diese weiterempfehlen wollen. Weil das Provisionssystem zum Weiterverkauf animiert, haben bei diesem System auch unbekannte Künstler eine Chance. Außerdem erklärt Mitentwickler Jürgen Nützel von 4FriendsOnly.com:
«Potato schafft Anreize für den Vertrieb und das funktioniert nicht nur mit Musikstücken, sondern prinzipiell mit allen Formen digitaler Werke - seien es Bilder, Videos oder Software wie Spiele.»
Quelle: Wissenschaftsnachrichten
Link: www.potatosystem.com